Wehr- und Ausreisegenehmigungspflicht

Im Rahmen des neuen Wehrdienstgesetzes wurde beschlossen, dass sich alle Männer zwischen 17 und 45 einen Auslandsaufenthalt von mehr als drei Monaten von der Bundeswehr genehmigen lassen müssen.

Seit einigen Tagen geht es durch die Medien:

„Männer brauchen Ausreise-Genehmigung“

Quelle: https://www.fr.de/politik/wollen-brauchen-genehmigung-drastische-wehrpflicht-aenderung-maenner-die-deutschland-laenger-zr-94248132.html

Unabhängig, wie ich zur Wehrpflicht stehe, ist es total spannend zu beobachten, aus welcher Richtung sofort Empörung kommt. Gerade aus dem Umfeld der AfD finde ich die Aufregung besonders strange.

Als die Ukraine von Putin-Rußland überfallen worden ist, sind unzählige Menschen verständlicherweise aus dem Land geflüchtet. Jeder ukrainische Mann, der hier in Deutschland angekommen ist, sieht sich seit dem dem Vorwurf gegenüber, dass er doch gefälligst in die Ukraine zurück sollen, um dort sein Land zu verteidigen. Es gibt ja auch tatsächlich dort Ausreiseverbote für wehrfähige Männer.

Das ist im Prinzip nichts anderes, als die Regelung, die jetzt bei uns bekannt geworden ist. Sollte(!) unser Land irgendwann mal von außen angegriffen werden oder im Rahmen der NATO ein Bündnisfall eintreten, wäre es schon gut, wenn die Behörden/Bundeswehr wissen, wer überhaupt zur Verteidigung zur Verfügung steht, oder ob wir den Laden gleich dicht machen können. Und wenn ich die ganze Regelung und die jetzt geplanten Anpassungen richtig verstehe, läuft es doch am Ende nur darauf hinaus, sich abzumelden:

„Hör zu liebe Bundeswehr – wenn hier was schief geht und ihr Leute braucht – ich bin ne Weile nicht im Land. Plant mich mal nicht mit ein.“

Achja – und als kleine Ergänzung zu meiner Meinung zu Bundeswehr und Wehrpflicht und so weiter:

Ich habe 1996 den Dienst an der Waffe verweigert und Zivildienst geleistet. Ich würde jeder Zeit wieder diese Entscheidung treffen.

Schade, dass ich die Entscheidung treffen mußte, weil es die Wehrpflicht gab.

Meiner Ansicht nach – aber ich bin kein Fachmann – braucht es keine Wehrpflicht, sondern „nur“ eine gut ausgestattete Bundeswehr mit guten Arbeitsplätzen für Menschen, die gut ausgebildete (und motivierte) Soldat:innen sein wollen. Dazu noch Menschen, die schauen, dass beim Bundeswehr-Personal keine Menschen sind, die nicht so richtig auf dem Boden unseres Grundgesetzes stehen und diese dann entweder in ihre Schranken oder des Platzes verweisen.