KI und Beruf

In einer unserer Fachzeitschriften wird in einem Artikel ein Hohelied auf die Nutzung von KI im Betreuer:innenalltag gesungen.

„Ein weiteres Praxisbeispiel sei der Umgang mit komplexen Texten, etwa das Übersetzen von kryptisch geschriebenen Arztbriefen….“

Mit KI ist hier übrigens ausschließlich ChatGPT gemeint. Am Ende wird natürlich pro forma darauf hingewiesen, dass man sowas nur anonymisiert hochladen darf, weil ChatGPT ein amerikanischer Anbieter ist.

In meinem Umfeld kenne ich aber kaum Berufskolleg:innen, die eine pdf-Datei sicher anonymisieren können, um diese dann datenschutzkonform weiterverarbeiten zu können. Am Ende landen alle Daten in der KI – es bekommt doch eh niemand mit und es geht schneller, oder?

KI kann eine Hilfe bei der Formulierung von Texten sein. Eigene Gedanken und Argumentationen in eine verständliche Struktur bringen und so. Da nutze ich das auch und es ist echt eine Zeitersparnis. Aber einen Arztbrief hochladen und mir von ChatGPT erklären lassen? Halte ich für sehr schwierig und lasse lieber die Finger davon.

Im Übrigen gibt es auch KI-Anbieter, die ihren Sitz in Europa haben und es gibt auch Anbieter von Fachsoftware, die eigene KI-Modelle integriert haben und gerade auf dem Gebiet der Texterstellung super sind. Aber das wäre vermutlich zu komplex für den Artikel gewesen und wenn mensch schon an der Anonymisierung einer pdf-Datei scheitert….